← Zurück zum Prozesslogbuch

Auftakt in St. Theresia: Der Prozess ist gestartet

Am 12. Mai 2026 kamen erstmals Menschen aus dem ganzen Seelsorgebereich zusammen. Es ging um Orientierung, erste Fragen – und um die klare Botschaft: Wir warten nicht ab, wir gestalten mit.

Am Dienstag, den 12. Mai 2026, hat in St. Theresia das Auftakttreffen zum Prozess „Entscheiden und Handeln: Für eine Kirche mit Zukunft“ im Seelsorgebereich Erlangen stattgefunden. Eingeladen waren Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: aus Gemeinden, Gremien, aktiven Gruppen, Vereinen und kirchlichen Aufgabenfeldern. Viele kannten sich vorher nicht oder nur am Rand. Genau das war einer der starken Momente des Abends: Plötzlich saßen Menschen zusammen, die an verschiedenen Orten Kirche mittragen – und merkten, dass sie Teil derselben Frage sind.
Das Kernteam stellte vor, worum es in dem Prozess geht, was vom Erzbistum Bamberg angestoßen wurde und was nun vor Ort daraus werden soll. Dabei wurde auch offen über die Ausgangslage gesprochen. Ja, Kirche verändert sich. Ja, Ressourcen werden knapper. Ja, es wird Entscheidungen brauchen. Aber der Abend war gerade kein Krisentreffen. Es ging nicht darum, einen Mangel zu verwalten, sondern den Blick zu schärfen: Was ist eigentlich unser Auftrag? Wen erreichen wir? Wen erreichen wir nicht? Was trägt noch? Und wo könnte etwas Neues entstehen?
Das war bemerkenswert, weil die Stimmung nicht von Resignation geprägt war. Eher im Gegenteil. Man hat gespürt, dass viele Menschen nicht einfach zuschauen wollen, wie sich Dinge verändern. Sie wollen verstehen, mitreden, prüfen, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Nicht alles war an diesem Abend schon konkret. Das musste es auch nicht sein. Ein Auftakt muss nicht alle Antworten liefern. Er muss klären, warum es sich lohnt, loszugehen.
Genau das ist passiert. Aus einem diözesanen Prozess wurde an diesem Abend ein Thema für Erlangen. Nicht abstrakt, nicht auf Papier, sondern im Raum: mit Gesichtern, Stimmen, Erfahrungen und ehrlichem Interesse.
Der wichtigste Eindruck bleibt vielleicht dieser: Es gibt im Seelsorgebereich viele Menschen, denen Kirche nicht egal ist. Menschen, die sehen, dass nicht alles bleiben kann, wie es war – aber die daraus nicht automatisch Verlust machen. Sondern eine Aufgabe. Vielleicht sogar eine Chance.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Aber der Start hat gezeigt: Dafür gibt es eine Grundlage.

Weitere Einträge ansehen